Kampagne für die Reform der Vereinten Nationen

Movement for UN Reform (UNFOR)

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Is Germany actually blocking the development of the UNITED NATIONS to become an effective System of Collective Security?

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THE LAW OF THE REVERSAL OF TENDENCIES

by Klaus Schlichtmann

 

ART. IX / 九条

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Herrn                                                                                                        日本語

Bundespräsident Johannes Rau

Bundespräsidialamt

Schloss Bellevue, Spreeweg 1

10557 Berlin

 

Nakakayama, d. 15. Juni 2003

            Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

 

            seit ich Ihre ‚Berliner Rede‘ vor vier Wochen gelesen habe, denke ich darüber nach und will Ihnen schreiben. Ich will hier nur zwei Punkte herausgreifen.

(1)        Vermutlich haben Sie Recht, dass viele der ja oft unzureichend informierten Bürger nach dem Fall der Berliner Mauer gehofft hatten, dass „gewissermaßen automatisch eine neue, gerechtere Weltordnung entstehen würde.“ Hier hätte es politischer Führung bedurft. Dass allerdings auch ‚aufgeklärte‘ Bürger, Politiker und Publizisten an eine solche ‚Automatik‘ geglaubt haben könnten, vermag ich nicht nachzuvollziehen. Eindeutig bestimmt das Grundgesetz in Artikel 24, was zu tun ist, wenn die Möglichkeit der Inkraftsetzung des kollektiven Sicherheitssystems der Vereinten Nationen einmal akut werden sollte. Die Möglichkeit, das UNO-Sicherheitssystem durch Souveränitätsverzicht, -übertragung oder -‚pooling‘ in Kraft zu setzen, wie es auch die Amerikaner ursprünglich wollten, war durch den Kalten Krieg freilich genommen.

         Ich selbst versuche seit zwanzig Jahren u.a., die Bundesregierung zu bewegen, sich wenigstens der Rechtsprechung des IGH zu unterwerfen. Bekanntlich ist ja ein Eckpfeiler des Systems kollektiver Sicherheit, wie es in der UNO-Charta konzipiert ist, die verbindliche internationale Rechtsprechung (zur friedlichen Streitbeilegung). Die Haager Friedenskonferenzen 1899 und 1907 waren in dieser Frage an Deutschland gescheitert (s. mein Aufsatz, in der Anlage).

(2)        Wenn ich einmal Indien und Europa vergleichen darf, so hat sich Indien seit langem eine föderative staatliche Ordnung geschaffen, die Europa immer noch anstrebt, aber noch nicht erreicht hat. Was ist denn dann das Besondere an den europäischen Einigungsbestrebungen? Sowohl Europa als auch Indien bestehen aus ethnisch unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen mit zahlreichen ‚National‘sprachen usw. Das Besondere an Europa ist m.E., dass wir so viele Kriege erlebt haben, und aus dieser Erfahrung haben wir gelernt. Deshalb weist Europa über sich hinaus. Ich glaube eine europäische Föderation wird nicht gelingen – die europäische Integration wird scheitern –, wenn nicht gleichzeitig eine föderale demokratische Ordnung der internationalen Verhältnisse angestrebt wird. Es ist eindeutig, dass die USA einem solchen Unterfangen militärisch Rückhalt gewähren würden, wenn er von Europa ausgehen und die Vereinten Nationen in den Mittelpunkt stellen würde. Leider habe ich konkrete Hinweise zu diesen und ähnlichen Fragen in Ihrer Rede vermisst. Dabei stimme ich Ihnen zu: „Wir Europäer müssen bereit sein, uns entsprechend zu engagieren – mit Ideen und mit entschlossenem Handeln…“

            Ich unterstütze Ihren Vorschlag, dass „über die neuen Aufgaben der NATO … viel stärker als bisher offen und öffentlich diskutiert und dann entschieden werden“ muss. Leider habe ich weder auf der Webseite des Bundesverteidigungsministeriums noch des Außenministeriums ein entsprechendes Diskussionsforum gefunden. Zu bedenken geben möchte ich dabei, dass es notwendig sein wird, die NATO in das zukünftige kollektive Sicherheitssystem der Vereinten Nationen zu integrieren. Dies dürfte jedoch nicht allzu schwierig sein, wenn die Europäer sich einig sind. Von offizieller französischer Seite höre ich, dass die Franzosen zu weitgehenden Konzessionen, insbesondere was die Schaffung einer Supranationalität bei der UNO betrifft, bereit sind.

Über eine kurze Antwort/Stellungnahme von Ihnen würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr (Klaus Schlichtmann)

 

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Human, All too Human

284 The means to real peace. -

No government nowadays admits that it maintains an army so as to satisfy occasional thirsts for conquest; the army is supposed to be for defence. That morality which sanctions self-protection is called upon to be its advocate. But that means to reserve morality to oneself and to accuse one‘s neighbour of immorality, since he has to be thought of as ready for aggression and conquest if our own state is obliged to take thought of means of self-defence; moreover, when our neighbour denies any thirst for aggression just as heatedly as our State does, and protests that he too maintains an army only for reasons of legitimate self-defence, our declaration of why we require an army declares our neighbour a hypocrite and cunning criminal who would be only too happy to pounce upon a harmless and unprepared victim and subdue him without a struggle. This is how all states now confront one another: they presuppose an evil disposition in their neighbour and a benevolent disposition in themselves. This presupposition, however, is a piece of inhumanity as bad as, if not worse than, a war would be; indeed, fundamentally it already constitutes an invitation to and cause of wars, because, as aforesaid, it imputes immorality to one‘s neighbour and thereby seems to provoke hostility and hostile acts on his part. The doctrine of the army as a means of self-defence must be renounced just as completely as the thirst for conquest. And perhaps there will come a great day on which a nation distinguished for wars and victories and for the highest development of military discipline and thinking, and accustomed to making the heaviest sacrifices on behalf of these things, will cry of its own free will: ,we shall shatter the sword‘ - and demolish its entire military machine down to its last foundations. To disarm while being the best armed, out of anelevation of sensibility - that is the means to real peace, which must always rest on a disposition for peace: whereas the so-called armed peace such as now parades about in every country is a disposition to fractiousness which trusts neither itself nor its neighbour and fails to lay down its arms half out of hatred, half out of fear. Better to perish than to hate and fear, and twofold better to perish than to make oneself hated and feared - this must one day become the supreme maxim of every individual state! - As is well known, our liberal representatives of the people lack the time to reflect on the nature of man: otherwise they would know that they labour in vain when they work for a ,gradual reduction of the military burden‘. On the contrary, it is only when this kind of distress is at its greatest that the only kind of god that can help here will be closest at hand.  The tree of the glory of war can be destroyed only at a single stroke, by a lightning-bolt: lightning, however, as you well know, comes out of a cloud and from on high. (R.J. Hollingdale, transl., Human, All Too Human. A Book for Free Spirits, Cambridge Texts in the History of Philosophy (1996), pp. 380-81)

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